Was ist Bettnässen (Enuresis)?



Als Enuresis bezeichnet man das regelmäßige Einnässen von Kindern, die älter als fünf Jahre sind. Für die klinisch bezeichnete Enuresis ist keine körperliche Ursache gegeben. In vielen Fällen handelt es sich um eine harmlose Entwicklungsverzögerung. Kinder lernen erst im Laufe der Zeit, ihre Blase bewusst zu kontrollieren. Wie alle Entwicklungen verläuft auch dieser Prozess sehr individuell.

Von Enuresis spricht man, wenn das Kind über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten 2-mal pro Monat die Symptomatik des Einnässens zeigt.

Das Einnässen kann sich tagsüber bemerkbar machen (Enuresis diurna), tritt aber weitaus häufiger in der Nacht auf (Enuresis nocturna). Diese zwei Formen kommen auch in Kombination vor.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert das Bettnässen (Enuresis) als behandlungsbedürftige Erkrankung. Zur Diagnosestellung sollte eine ausführliche Anamnese erfolgen und eine zusätzliche körperliche Untersuchung stattfinden. Nur so können mögliche organbedingte oder medizinische Ursachen für das Einnässen bei Kindern ausgeschlossen werden. Deshalb ist es wichtig, sich an einen Arzt zu wenden!

Nach Allergien ist das Einnässen die zweithäufigste Erkrankung bei Kindern.
Automatisch machen sich Eltern Gedanken, ob Bettnässen ein medizinisches oder psychologisches Problem ist. Warum Kinder einnässen kann mehrere Ursachen haben. Man unterscheidet deshalb zwei Arten von Enuresis.

Primäre Enuresis
Als Primäre Enuresis bezeichnet man von Geburt an bestehendes nächtliches Einnässen ohne längere trockene Phasen.

Schlafmuster
Die häufigste Ursache für nächtliches Einnässen ist ein sehr tiefer Schlaf. Normalerweise baut sich im Schlaf ein Druck in der Blase auf und sendet ein Signal an das Gehirn. Anstatt den Schließmuskel unterbewusst in der Blase zu kontrollieren, entspannt das enuretische Kind den Muskel im Schlaf.

Entwicklungsverzögerung
Das in der Hirnanhangdrüse produzierte antidiuretische Hormon (ADH) wird unzureichend gebildet. Es kommt zu übermäßiger Urinproduktion und kann deshalb vor allem in der Nacht zum Einnässen führen.

Vererbung
Die Veranlagung zum Bettnässen kann vererbt sein. Dies hat mittlerweile die Forschung zur Vererbungstherapie bestätigt.

Sekundäre Enuresis
Diese Art der Enuresis zeigt sich, wenn das Einnässen nach einer bereits vorausgegangenen mindestens 6-monatigen trockenen Phase neu auftritt .

Das sekundäre Einnässen ist ein unbewusstes Signal: "Etwas stimmt nicht". Unerwartete Veränderungen im Leben des Kindes verunsichern das Kind und lösen eine Stresssituation aus. Massive Einschnitte, wie z.B. die Geburt eines Geschwisterchens, Scheidung, Tod eines Familienangehörigen, Probleme in der Schule usw. können das Bettnässen als eine Folge hervorrufen.

Bettnässen besiegen!

Therapiemöglichkeit

Das größte Ziel in der Therapie zur Behandlung des Einnässens bei Ihrem Kind ist eine schnelle Unabhängigkeit und dauerhafte Entspannung für Ihr Kind und die ganze Familie.

Das URIPHON® Prinzip beruht auf dem lerntheoretischen Konzept. Das bedeutet: Mit dem Einsatz von URIPHON® Weckgeräten wird bei bestehender Inkontinenz bei Kindern eine Verhaltensänderung angestrebt. URIPHON® Weckgeräte werden vor allem zur Therapie des nächtlichen Bettnässens eingesetzt, wobei das Nichterwachen zum Wasserlassen therapeutisch im Mittelpunkt steht. Das Kind soll durch den URIPHON® Alarm geweckt und der Miktionsreflex unterbrochen werden. Dabei wird im Laufe der Therapie eine Gewohnheit beim Kind entwickelt, nachts automatisch aufzuwachen und wenn nötig auf die Toilette zu gehen. Es gibt auch Kinder, die lernen, den Miktionsreflex zu unterdrücken und weiterzuschlafen.

Die Behandlungsphase gegen das Einnässen bei Kindern sollte möglichst nicht unterbrochen werden. Tritt das Einnässen bei Kindern 14 Nächte hintereinander nicht auf, ist die Alarmtherapie mit dem URIPHON® beendet (sinnvoll ist es aber immer, die Meinung und Erfahrung Ihres vertrauten Kinderarztes hinzuzuziehen).

Es ist wichtig, das Thema offen und verständnisvoll anzusprechen, Sie wollen gemeinsam ans Ziel!


Bei Enuresis spricht man meist von Kindern. Dies beruht darauf, dass das Krankheitsbild überwiegend bei Kindern ausgeprägt ist. Jedoch können durchaus auch Jugendliche und Erwachsene betroffen sein.